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SILLY rocken den Burghof in Zieeeeesar
am 04.09.2010

 

Wer kennt nicht Ziesar? – Ich! Zumindest bis zum 04.09.2010.

Der „SILLY-Virus-Verbreitung“ folgend, zog es uns an diesem kühlen regnerischen Samstag inmitten des Burghofes der Burg Ziesar. Fast schon familiär wirkte dieses recht kleine Ambiente. Die Bühne schien größentechnisch an das Drumherum angepasst und war demnach um einiges kleiner als die Bühne, auf der die SILLYs nur knapp eine Woche zuvor in der Berliner Zitadelle das wohl bis dahin „größte“ Konzert ihrer ALLES ROT-Tour gespielt hatten.

 

Aber anders als in Berlin hatte Petrus heute ein wenig Nachsicht mit der SILLY-Fangemeinde. Er ließ seine Schleusen ausnahmsweise mal geschlossen und beschränkte sich lediglich auf eisige Temperaturen. Immerhin! Noch war es recht leer im Inneren dieser „Festung“. Hier und da stärkte sich der eine oder andere mit Gegrilltem, „schnüffelte“ am Merchandising-Stand oder wärmte mit Glühwein vor. Aber das Warten sollte auch heute ein Ende haben und während sich der Burghof mehr und mehr füllte, rückte das Ereignis „SILLY in Ziesar“ immer näher. Heute ohne Vor-Act Tim Bendzko, ging es pünktlich um 20 Uhr direkt mit den Hauptakteuren los.

 

Das SILLY-Intro 2010 verfehlte allerdings angesichts der Lichtverhältnisse um diese frühe Zeit ein wenig seine Wirkung. Dennoch tat es der Stimmung im Inneren dieser historischen Gemäuer keinen Abbruch.

 

Die männlichen SILLYs betraten, vom Publikum herzlichst empfangen und eingehüllt in Nebel, den Ort des Geschehens, nahmen ihre Plätze ein und lauschten regungslos dem Playback, um auf ihren Einsatz zu warten und damit den Abend inmitten dieser großartigen Kulisse zu eröffnen. Der Burghof war nun bis auf den letzen Zentimeter gefüllt. Hunderte waren gekommen, um das „Heimspiel“ der gebürtigen Brandenburgerin Anna Loos aus nächster Nähe zu beobachten.

 

Mit dem letzten Klang des Intros machten die Jungs auf der Bühne Platz für den Zauber der neuen SILLY-Zeitrechnung. Anna Loos betrat, vom Applaus getragen, strahlend die Bühne. Der tosende Beifall vermischte sich mit den einsetzenden Tasten Ritchie Bartons zu NACKTER ALS DU und war die perfekte Überleitung in einen ALLES ROTen Abend.

 

Für die Begrüßung hatte Anna heute keine Mühen gescheut, einen gereimten Vers, bezogen auf Ziesar, einzustudieren und diesen vorzutragen. (Allerdings nicht ohne sich über die Navigationsstimme in Ritchies Auto zu beklagen, die „Ziesar“ so aussprach, wie es eben jeder tun würde, der diesen Ort nicht wirklich kennt.)

 

Während so allmählich die Nacht hereinbrach und somit für konzerttaugliche Dämmerung sorgte, klatschten, tanzten und rockten wir uns warm und verbannten die Kälte nach Jenseits der Burgmauern. Die Stimmung stieg mit jedem Song und die lockere „Gute-Laune-Atmosphäre“ auf der Bühne war durch nichts mehr zu überbieten. Gemeinsam stiegen wir NACKTER in den FLIEGER, begaben uns als FINDELKINDER in die Hände des KAPITÄNs, der uns die FURCHT DER FISCHE lehrte und uns in der HÖHLE zudem NOCH an uns ERINNERTe.

 

Als wir die ALLES ROTe-Route kurzzeitig für einen Rückblick in längst vergangene Zeiten verließen, wurde es ruhig, intim und warm. Im elektroakustischen Teil des Konzertes, dem Teil, in dem Tamara jedes Mal ein bisschen mehr zugegen ist, rührten sie wieder zu Tränen. Voller Liebe sang Anna, zwischen Uwe und Jäcki sitzend, auch heute wieder „Asyl im Paradies“…

 

Zurück in die ALLES ROTe Spur gelenkt, aber noch immer warm und weich, fragte Anna: WARUM ICH? Und am liebsten hätten wir alle rufen wollen: Weil Du die Richtige bist!

 

Obwohl an gelöster Lockerheit kaum mehr zu überbieten, gab Anna zwischen zwei Songs zu, dass es in ihr heute durchaus ganz anders aussieht. Denn im Publikum begrüßte sie, kurz bevor sie mit ALLES ROT das Ende des SILLY-Abends ankündigte, ihre ältere Schwester und gab allen deutlich zu verstehen, dass diesem Umstand eine gewisse Extra-Aufregung geschuldet sei. Der uneingeschränkten Sympathie des Publikums sicher, färbte sie nun gemeinsam mit ihren Jungs den Burghof rot – ALLES ROT. Als dann der Titelsong des Albums, unterstützt von einem großartigen Ziesarer Chor, in den Reprise-Part überging, wechselte die weibliche Hauptfigur an die Tasten von Ritchie Barton und ließ ihn in den Mittelpunkt des Geschehens wandern. Ritchie griff zu seinen musikalischen Wurzeln, der Gitarre, und zeigte, dass er auch mit 6 Saiten vor dem Bauch ein wahrhaftiger Künstler ist. Großartig!

 

Mit winkenden Armen und Dankesgesten verließen die SILLYs die Bühne. Aber lautstarke Zugaberufe sorgten umgehend für ihre Rückkehr, um gemeinsam noch einmal eine kleine, aber bedeutende Reise in die Vergangenheit zu unternehmen. BATAILLON D’AMOUR führte noch einmal zurück zu den Spuren Tamaras, die sie immer hinterlassen wird. Aber damit noch nicht genug der Zugabe. Ein gigantischer „Mitmach-Song“ vom neuen Album, der die Arme des gesamten Publikums einfordert, wurde ganz zum Schluss noch einmal zum Fest. LEG MICH FEST ließ Publikum und Band ein letztes Mal eins werden. Geben und Nehmen!

 

Mit den finalen Takten setzte lohnender und dankender Applaus ein. Die Band verbeugte sich und verschwand erneut ins Dunkel der Nacht. Aber sie gingen nicht ganz, nicht ohne das ALLES ROTe Album auch an diesem Abend zu komplettieren. Ein ganz wichtiger Song durfte auch hier und heute in Ziesar nicht fehlen. Ein Song für einen besonderen Menschen. Ein Song, der keine Frage offen lässt. Ein Song für Tamara. Mit SONNENBLUMEN ließen sie auch diesen kalten Abend warm ausklingen…

 

Yvonne aus Halle

 

 

Fotos: René Homuth

 

 

zu den Fotos (Diashow)

 

 

Ein großes Dankeschön an Yvonne für ihren ganz persönlichen Bericht.

 

 

 

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