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SILLY färben ALLES ROT im "Stadtgarten"
in Erfurt am 19.11.2010
Nachdem uns die Hotelrezeption mitgeteilt
hatte, dass der Veranstaltungsort unmöglich zu Fuß zu erreichen und sooooo weit
vom Hotel entfernt sei, haben wir uns 17.45 Uhr auf den Weg von der
Barfüßerstraße in Erfurt in Richtung "Stadtgarten" gemacht. Es war ein kalter
Abend. Die Sterne funkelten am Erfurter Abendhimmel und um nicht schon vor dem
eigentlichen Einlass zu frieren, nahmen wir uns ein Taxi. Nach gefühlten zwei
Minuten Fahrt fragten wir kleinlaut den Taxifahrer, wie weit es denn noch sei.
Er lachte und sagte „Ähm, noch ca. eine Minute.“ Kurz darauf stoppte der Wagen
und wir waren am Ziel. Vor uns standen zwei große rote Nightliner. Sie waren
also schon da: die SILLYs samt Crew. Es war kurz vor 18.00 Uhr und außer zwei
Fanclubmitgliedern aus Hessen, Kerstin und Franzi, war noch keiner zu sehen.
Nach einer ausgiebigen Begrüßung schlenderten wir gemeinsam in Richtung Eingang
und warteten geduldig auf das, was kommen möge. Es dauerte nicht lange und drei
weitere Leute gesellten sich zu uns. Ralph und Beate (mit Freund) aus Berlin.
Nach und nach füllte sich der Platz rund um den Stadtgarten. Unsere Aufregung
kroch langsam in uns empor. Ständig schauten wir auf die Uhr. Es war im
Tour-Teil II unser erstes Konzert und wir waren gespannt auf die Show. Endlich
war es 19.00 Uhr und endlich setzte sich die Security in Bewegung und öffnete
die Eingangstür…
Nach den üblichen Kontrollen hatten wir dann
endlich den Einlass passiert und wurden kurz darauf in der Halle von Torsten aus
Rockhausen abgefangen. Stolz präsentierte uns Torsten seine
Geburtstagsüberraschungen für Anna und Uwe sowie seine Mitbringsel für die
Bandkollegen. Nachdem wir uns eine Weile unterhalten hatten, steuerten wir in
Richtung Merchandise-Stand, um die Fanclub-Flyer auszulegen. Noch eine kurze
Unterhaltung hier und ein Händeschütteln da und noch ein Getränk geholt und
schon war die Halle voll. So eine Sch…! Ein Vordringen in unsere geliebte erste
Reihe war diesmal unmöglich. Zu dicht drängten sich die Leute aneinander. Um
nicht völlig (aus-)sichtslos in der Masse zu stehen, suchten wir uns ein relativ
geeignetes Plätzchen in der Nähe der Technik.
Na gut, mit etwas Körpereinsatz
konnte man sogar die Bühne einsehen. Plötzlich klopfte uns jemand auf die
Schulter und sagte „Viel Spaß, ich bin die Mitglieds-Nr. 175“.
Man sah so viele
bekannte Gesichter durch die Eingangstür strömen und wir freuten uns, dass doch
auch immer wieder die gleichen Gesichter auf den Konzerten zu treffen sind. Das
spricht doch eindeutig für die Qualität der Band. Die Zeit bis zum Startschuss
20.00 Uhr verging wie im Flug und eh' wir uns versahen, stand Axel Bosse auf der
Bühne und begrüßte das Publikum. Mit seinen Liedern über die Liebe und das Leben
stimmte er auf das Kommende ein. Es blieb noch ein wenig Zeit zum Träumen, zum
Nachdenken. Zumindest für die, die sich auf die Musik von Axel Bosse einließen
und auf einen Konzertabend freuten.
Um uns herum standen die Leute ein wenig
verloren da und hielten sich an ihren Gläsern fest. Es wurde heftig über die
Tochter diskutiert oder Eheprobleme gewälzt oder die verschollene Freundin
gesucht, eine SMS geschrieben oder telefoniert. Mein Gott, wieso kaufen sich
solche Leute Konzertkarten???

Nach einer kurzen Umbaupause konnte es endlich
20.45 Uhr losgehen. Wir beide waren zwischenzeitlich von den Leuten um uns herum
ziemlich genervt. Dann endlich die ersten Töne des Intros und alles um uns herum
war vergessen. Wir fingen an, die Musik in uns aufzusaugen und wippten langsam im
Takt hin und her. Wieso ist das Intro so lang? Wann endlich geht es los? Wann
endlich fällt der große weiße Vorhang, der die Musiker verhüllte und auf dem
zuerst das SILLY-Symbol prangte und später der Schriftzug „SILLY“ zu lesen war?
Wir wollten nicht mehr länger warten…
Dann endlich… die ersten Takte von NACKTER ALS
DU, der Vorhang fiel, sie standen vor uns. Weit weg von uns und irgendwie machte
es uns traurig, so verloren zu stehen. Egal! Wir wollten uns die Stimmung nicht
vermiesen lassen und begaben uns mit den SILLYs auf eine „ALLES ROT(e)“ Reise:
Wir haben uns an uns ERINNERT, den MONT KLAMOTT nach Erfurt getragen, unserem
KAPITÄN gehuldigt, uns gefragt, WARUM ICH nicht immer ERSTER SEIN kann. Wir waren
der FLIEGER, um uns in der ALLES ROT Reprise noch einmal sicher zu sein, dass
unser Herz noch immer für SILLY schlägt.
Es war eine super Stimmung im Stadtgarten.
Leider konnten wir diese nur von ganz hinten erleben. Dennoch machte es uns
glücklich und zauberte uns eine Gänsehaut, als wir die vielen Hände klatschen
sahen und die Menge sich im Takt wiegte. Es wurde vor uns gehüpft, gesungen,
getanzt.
Die SILLYs wurden gefeiert. In den hinteren Reihen hingegen herrschte
nur wenig von der enthusiastischen Konzertatmosphäre. Wir waren froh, wenn sich
um uns herum mal der große Zeh der Leute im Takt bewegte oder zu dem einen oder
anderen Titel die Lippen begannen, eine Melodie zu formen.
Dies alles war jedoch
in dem Moment egal, als die SILLYs nach der ALLES ROT Reprise strahlend die
Bühne verließen. Jetzt hatte wohl auch der Letzte begriffen, dass das Konzert
auf das Ende zusteuerte und plötzlich waren alle da. Wir sahen nur Hände, die
zueinander fanden und wild Beifall spendeten. Begeisterungspfiffe, „Bravo“-Rufe
und das Verlangen nach Zugabe holten sie zurück auf die Bühne und beim ersten
Takt von BATAILLION D'AMOUR konnte keiner mehr stillhalten.
Die Halle
schwankte, tobte. Nach einem nochmaligen Publikumseinsatz bei LEG MICH FEST,
verabschiedeten sich die SILLYs von ihrem Publikum. Strahlend standen sie auf
der Bühne und applaudierten ihren Fans und Zuhörern. Dann verschwanden sie in
der Dunkelheit. Die Meute wollte sie noch immer nicht gehen lassen und so
stellte nun auch die letzte Reihe die Gläser ab und forderte sie noch einmal
heraus und natürlich ließen sie es sich nicht nehmen und belohnten ihr Publikum
mit einer weiteren Zugabe. Doch was war das? Anna hielt eine kurze Ansprache und
verwies auf Axel Bosse, den sie kurz danach auf die Bühne bat. Es folgte ein
Anna-Axel-Duett mit dem wohl zur Zeit bekanntesten Titel von Axel Bosse: 3
MILLIONEN. Eine ungewohnte Formation und ein ungewohnter SILLY-Sound. Dennoch,
das Publikum sprang drauf an und feierte die nunmehr acht Musiker auf der Bühne.
Und obwohl es am Anfang so schien, als ob keiner den Titel kannte, sangen zum
Schluss die meisten mit „in deiner Stadt leben über drei Millionen und du bist
heute Nacht unterwegs…“
Wow, was für ein Abend! Nachdem Axel die Bühne wieder
verlassen hatte und Anna und ihre Jungs keine Anstalten zum Gehen machten,
wussten wir, dass es weiter geht und für noch einmal zwei Titel hüllten sie uns
in eine SILLY-Wolke. Nachdem wir die HÖHLE wieder verlassen hatten, bedankte
sich die Band mit SONNENBLUMEN beim Publikum und bekam frenetischen Beifall
zum Abschied gespendet. DANKE, liebe SILLYs für einen wieder wundervollen Abend
und ein unvergessliches Konzerterlebnis, wenn wir Euch heute aus einer ganz
anderen Perspektive erlebt haben. Wir wissen jetzt den Platz in der ersten
Reihe umso mehr zu schätzen und wir werden uns diesen morgen in Leipzig wieder
erkämpfen.
Eure wilden Mathilden
Antje & Romy
zu den
weiteren Fotos
(Diashow)
Fotos: René Homuth
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