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SILLY eröffnet die Open-Air-Saison beim Stadtfest
in Bad Salzungen am 19.06.2010
Zum Stadtfest nach Bad Salzungen? Ich
wüsste nicht, warum. Aber zum Stadtfest 2010 nach Bad Salzungen ganz
gewiss. Der gute Grund, JA zu sagen, heißt SILLY. Sie haben sich
vorgenommen, genau hier ALLES ROT zu färben und den SILLY-Virus zu
verbreiten.
Bad Salzungen liegt im tiefsten
Thüringen, unweit von dem Ort entfernt, an dem die große Tamara Danz zum
allerersten Mal die „Klappe“ weit aufgerissen und ihre Stimme erhoben
hat, um lauthals ihre Ankunft im Leben zu verkünden. Im nur 12 km
entfernten Breitungen erblickte die einstige Frontfrau der Band im
Dezember 1952 das Licht der Welt.
Am heutigen Nachmittag in Bad
Salzungen erinnern die Temperaturen auch eher an einen kalten
Dezembertag, als an einen warmen 19. Juni. Aber egal! Heute wird noch
ALLES ROT! Mehrere Bühnen sorgen aber erst einmal für Verwirrung. Und
welcher Platz ist nun eigentlich der Marktplatz? Als der einzig wahre
Wegweiser auftaucht, hat die Suche ein Ende. Das ALLES ROTe Mikrofon
von Anna leuchtet schon aus der Ferne. Der Aufbau auf der Bühne, die
sich SILLY gegen 23 Uhr zu Eigen machen wird, ist bereits in vollem
Gange. Wir sind richtig.
Im vorderen Teil der Bühne übt die
Formation „Firedancer“ ihren Auftritt, der noch vor SILLY gegen 22 Uhr
für ein wenig Wärme sorgen wird. Sie gehen auf und ab, machen
Tanzbewegungen und schwingen imaginäre Feuerelemente, während im
Background Instrumente und Kabel sortiert und an die richtige Stelle
gebracht werden. Die Zahl der bereits anwesenden SILLYaner vom Fanclub
wächst nun stetig und schnell sind wir im zweistelligen Bereich
angelangt. Der Soundcheck gegen 17.45 Uhr ist unser erstes Highlight,
auf das wir jetzt gemeinsam warten. Es dauert nicht mehr lange. Vor der
Bühne, an den bereitgestellten Tischen und Bänken finden sich nur
vereinzelt hier und da ein paar Zaungäste ein.
Jäcki taucht als erstes Bandmitglied
auf der Bühne auf, blickt etwas skeptisch und suchend in die weite
Ferne, die noch so leer ist, und freut sich und winkt, als er den
Fanclub entdeckt. So nach und nach tauchen auch die anderen auf und
bringen die technischen Voraussetzungen dorthin, wo sie sie haben
wollen. Das gestaltet sich wohl am heutigen Nachmittag etwas schwieriger
als sonst und somit dauert der Soundcheck länger als eine Stunde. Schön
für uns! Trotzdem tut dieser Umstand der Laune auf der Bühne keinen
Abbruch.
Als Regen einsetzt, und das bei Temperaturen von höchstens 17 Grad,
fürchten wir Schlimmes für den Abend. Die großen Sonnenschirme, die
seitens des Veranstalters bereitgestellt wurden, werden vorerst
zweckentfremdet und bieten uns hier und jetzt erst einmal Schutz vor der
vom Himmel fallenden Nässe.
In ihrer liebenswürdigen Art schreibt
Anna zwischendurch am Bühnenrand Autogramme, u.a. für Fans, die extra für
SILLY aus Würzburg gekommen sind und andere, die mit gerade einmal 10
Monaten ins Tuch gebunden an Mamas Brust hängen.
Nachdem die SILLYs zufrieden die Bühne
verlassen haben, um in die Katakomben zu verschwinden und zu Abend zu
essen, gehen auch wir, um uns zu stärken und etwas Wärmendes zu holen.
Es wird eine lange kalte Nacht werden. Als wir zurückkehren, ist der
Vorplatz regelrecht menschenüberfüllt. Von den nachmittags noch so
leeren Tischen und Bänken ist nichts mehr zu sehen. Das Abendprogramm
hat bereits begonnen. Die Band „Cliff“ spielt Coverversionen querbeet
und heizt schon recht ordentlich ein. Und der Himmel meint es auch gut
mit uns. Er strahlt sein schönstes Blau, von dem wir vor ein paar
Stunden nicht zu träumen gewagt hätten.
Wir schummeln uns nach vorn in
Richtung Bühne. Nicht lange, dann sind die anwesenden Fanclubmitglieder
hier vollzählig versammelt. Mit der nach und nach hereinbrechenden Nacht
steigt die Stimmung. Wir nähern uns nun mit Riesenschritten dem
Ereignis, weshalb wir alle hier sind. Die „Firedancer“ bilden heute die
wortwörtlich wärmende Brücke zwischen „Cliff“ und „SILLY“. Ihre
Darbietung „Tanz mit dem Feuer“ wird nur kurzzeitig unterbrochen, um die
neue Keltenfürstin zu küren (eine Tradition in Bad Salzungen). Für die
Leute, die heute SILLY sehen wollen, scheint allerdings der Platz nicht
zu reichen. Mit voranschreitender Zeit wird es enger. Der Druck von
hinten steigt proportional zu unserer Anspannung. Eine letzte
Geduldsprobe müssen wir noch bestehen, als wir Bauch an Bauch mit der
Security ausharren, um den Abbau der Vorbühne, die die „Firedancer“
benötigten, abzuwarten. Aber dann: Grünes Licht! Die erste Reihe soll
unsere sein……und wird es auch. Geschafft!
Die Nacht ist dunkel, furchtbar kalt,
aber trocken. Das muss genügen. Für Hitze wird gleich gesorgt werden.
Kurze Zeit später wird endlich die schwarze Dunkelheit in Bad Salzungen
rot – ALLES ROT! Die ersten Klänge des genialen Intros mit
Wiedererkennungswert kündigen uns den Konzertbeginn an. Als (bis auf
Anna) alle SILLYs die Bühne betreten, werden sie vom Publikum mit einem
herzlichen Willkommens-Applaus begrüßt. Sie steigen ins Intro ein und
wir befinden uns sofort alle dort, wo wir sein wollen: auf unserer
SILLY-Wolke. Die Zündung ist geglückt. Komplettiert durch Anna starten
dann alle 4 SILLYs samt ihren Live-Musikern Daniel, Ronny und Herrn Petereit NACKTER in die ALLES ROTe Nacht. Sofort: Adrenalin pur, sowohl
auf, als auch vor der Bühne. Die kalte Nacht ist plötzlich weg.
Mit gewohnter Professionalität
entführen sie uns ins SILLY-Land und machen die große Welt auch heute
Abend in Thüringen kleiner. Als Anna einem schönen Mann ins Gesicht
schaut, wie sie selber sagt, vergisst sie doch glatt ihren Text bei dem
schon so oft gesungenem "Ich sag nicht ja". Gerade damit macht sie diesen
Abend allerdings perfekt. Sie geht großartig damit um, lacht die kleine
Panne charmant weg und lässt das Publikum einfach weiter singen.
Die Stimmung ist grandios. Ganz Bad
Salzungen scheint nur aus SILLY-Fans zu bestehen. Die Band wird gefeiert
bis in die letzten Reihen, die von ganz vorn kaum auszumachen sind. Ein
toller Abend oder eine tolle Nacht, denn mittlerweile ist ein neuer Tag
angebrochen. Nach ungefähr 90 Minuten, die irgendwie im Zeitraffer
vergangen sein müssen, ist es auch schon wieder vorbei. Als Zugaben
schenken sie uns „Bataillon d'Amour“ und „Leg mich fest“, sagen Danke
und bye bye…
Plötzlich ist es wieder kalt. Der
Platz leert sich, als die Techniker mit dem Abbau beginnen und somit das
Ende des Konzertes signalisieren. Wir Fanclubmitglieder harren noch kurz
der Dinge und werden mit einem Besuch der SILLYs am Bühnenrand belohnt.
Gutgelaunt erscheinen die SILLY-Jungs und erfüllen noch den einen oder
anderen Autogrammwunsch, reden und lachen mit uns und verabschieden sich
mit den Worten „Fahrt vorsichtig heim!“. Was für eine Nacht?!
Yvonne aus Halle
Fotos: René Homuth
zu
den Fotos (Diashow)
Ein großes Dankeschön an Yvonne für ihren ganz persönlichen
Bericht.
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